Spendenübergabe im Beratungszentrum Ukraine des AWO KV Wesel
Olaf Bieler spendet sechs Notebooks an ukrainische Schülerinnen
Die Freude bei den Schülerinnen über die Laptops war groß. Hinten auf dem Foto zu sehen: Elena Ederle (AWO) und IT-Fachberater Olaf Bieler
Moers. Große Freude herrschte nun im AWO-Beratungszentrum Ukraine. Olaf Bieler, Inhaber von IT Service und Beratung Bieler aus Hamminkeln, übergab sechs Laptops an ukrainische Schülerinnen. So können die Mädchen, die verschiedene weiterführende Schulen in der Umgebung besuchen (6. bis 10. Klasse), künftig noch fleißiger ans Werk gehen als zuvor.
Und mehr noch: Sie können die Laptops nicht nur für den Unterricht und die Hausaufgaben ihrer neuen deutschen Schule nutzen, sondern vor allem auch um online den Unterricht an ihrer damaligen ukrainischen Schule weiter zu verfolgen. „Das ist für die Schüler*innen schon eine Doppelbelastung. Sie lernen die deutsche Sprache, machen ihre Hausaufgaben und büffeln noch für ihre Schule in der Ukraine, um den Anschluss dort nicht zu verlieren. Sie sitzen teilweise bis nachts an den Aufgaben. Umso mehr freuen wir uns über die Laptop-Spende von Olaf Bieler, denn durch die modernen Geräte geht alles doch viel leichter“, so Elena Ederle, AWO-Mitarbeiterin des Projektes „Refugees into work“, begeistert.
Bei den Laptops handelt es sich zwar um gebrauchte Geräte, die aber von Olaf Bieler rundum auf Vordermann gebracht wurden und daher wie neuwertig sind. „Die Laptops verfügen alle über ein zweisprachiges Schreibprogramm in deutsch und ukrainisch und sind somit bestens für den Schulunterricht geeignet“, erklärt der IT-Fachmann. „Die Geräte stammen von Kunden, die den Wunsch hatten etwas Gutes zu tun. Der Zweck hat sich hiermit mehr als erfüllt.“ Der Kontakt zwischen ihm und den Verantwortlichen des Ukraine-Hauses sei durch einen Zeitungsartikel entstanden, in dem über die Arbeit des ukrainischen Hauses, die Unterstützung durch die AWO-Mitarbeiter*innen und die Sorgen und Nöte der Geflüchteten berichtet wurde.
Alle Beteiligten bedankten sich ganz herzlich bei Olaf Bieler. Wer auch spenden möchte, kann gerne Kontakt zu den Verantwortlichen des Beratungszentrums Ukraine an der Neckarstaße 35 in 47443 Moers aufnehmen, Tel: 02841-8163229.
Lotse im Digital-Dschungel
Vor 25 Jahren hat Olaf Bieler sich mit seinem Unternehmen in Dingden selbständig gemacht. Er ist die IT-Feuerwehr für Privatleute und Gewerbetreibende

Olaf Bieler in seiner Werkstatt. Die Reparatur ist eines der Steckenpferde des Dingdener IT-Spezialisten
FOTO: Christiane Schulz
AIs Olaf Bieler 1998 sein IT-Unternehmen in Dingden eröffnete, hieß der deutsche Kanzler Helmut Kohl und der Euro stand kurz vor seiner Einführung. Im Rückblick enorme historische Umschwünge, die aber von jenen aus der Informationstechnologie um Längen geschlagen werden, so scheint es. Olaf Bieler ist ein Zeuge des digitalen Wandels, wichtiger noch, er gestaltet ihn mit. Jeden Tag, ganz pragmatisch bei den Kunden, die er berät und betreut. Eine Aufgabe, die sich im vergangenen Vierteljahrhundert ebenso verändert hat, wie das Unternehmen selbst. Unter dem Namen obiCom gründete Bieler es - am Kirchplatz 3 gemeinsam mit zunächst einem Geschäftspartner. Nach dessen Ausscheiden und der Übernahme des Bereichs der Softwareentwicklung durch einen weiteren langjährigen Partner wurde 2011 aus obiCom die heutige „IT-Service & Beratung“. Eine Bezeichnung, die den Kern des Unternehmens trifft. Dennoch, und dabei muss Olaf Bieler schmunzeln, fragten die Menschen ihn noch immer: „Was machen Sie eigentlich?“ Die knappe Antwort des Unternehmers: „Ich bin die vor Ort IT-Feuerwehr.“ Etwas ausführlicher formuliert befasst sich der 55-Jährige von der Beratung über die Planung bis zur Installation mit IT-Netzwerken in kleinen und mittelständischen Unternehmen, übernimmt als Techniker den First- und Second-Level-Support für Mittelständler, verkauft und repariert in seiner Werkstatt Notebooks, PC und Drucker. Das handwerkliche Reparieren sei neben der Installation von Netzwerken auch sein Steckenpferd, berichtet Bieler.
Während Aufträge aus dem gewerblichen Bereich heute 80 Prozent seiner Zeit in Anspruch nehmen, freut er sich immer, wenn er für Privatkunden tätig werden kann. „Ich liebe den Kundenkontakt und befasse mich auch gern mit vermeintlichen Kleinigkeiten“, sagt er. Seine Privatkunden indes freuen sich, dass der IT-Fachmann ie und ihre Probleme genauso ernst nimmt wie seine Firmenkunden. Der Bedarf an Unterstützung ist trotz des Einzugs der Technik in den Alltag und gestiegener Benutzerfreundlichkeit der Endgeräte nicht geringer geworden. Im Gegenteil: „Heute hat zwar jeder mit dem Computer zu tun, aber das Wissen ist meist sehr oberflächlich. Das tiefer gehende Verständnis fehlt“, beobachtet Bieler. Und: Weil die meisten ihre Geräte im Internet kaufen, gebe es das Computergeschäft um die Ecke und damit das Know-how vor Ort oft nicht mehr, so Bieler. Dass Fachleute wie er heute rar gesät sind, merkt der Dingdener IT-Experte auch an Anfragen - eher Hilferufen - die ihn aus entfernteren Orten, vor allem „auf dem platten Land“ erreichen. „Es gibt immer weniger Firmen, die mal eben schnell für die Kunden da sein können“, sagt Bieler. Er kann und ist im Raum Bocholt, aber auch in Rhede, Borken, Rees und natürlich in Hamminkeln und Wesel ein gefragter Ansprechpartner.
Auch privat sind der gebürtige Thüringer und seine Ehefrau am Niederrhein angekommen. „Wir fühlen uns hier wohl“, sagt Olaf Bieler. Seine Kunden wird es freuen - wissen sie doch einen zuverlässigen IT-Spezialisten in ihrer Nähe.
-cs-